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HTL-Diplomarbeit

HTL-Maturanten haben im Gegensatz zu andern Schultypen schon immer die Wahl gehabt, ob sie eine Diplomarbeit verfassen möchten. Seit der Zentralmatura ist dies verpflichtend für alle HTLer und ich will hier einen Einblick in das Schreiben einer solchen Arbeit geben:

  1. Wie bekommt man eine HTL-Diplomarbeit?

    Eine Diplomarbeit kann man sich selber aussuchen, bekommt einen Auftrag einer Firma oder es wird eine von der Schule zugeteilt.
    Die von der Schule zugeteilten Aufgaben sind meistens nicht die umfangreichsten und für jeden schaffbar. Der Nachteil einer solchen Arbeit ist, dass man nicht sein Wissen in einem Themengebiet vertiefen kann, welches einem interessiert und das man bei den verschiedenen Wettbewerben eine geringere Chance hat.
    Firmen geben zum Teil sehr interessante Projekte aus, welche meist in einem Sommerpraktikum erledigt werden. Für diese Projekte bekommt man (meist) sehr gute Unterstützung von der Firma und kann einen Großteil schon währen der Sommerferien erledigen. Ein weiterer Vorteil ist, dass man bei den Wettbewerben (Jugend Ingenieurspreise, WKO Preise,…) sehr gute Chancen hat. Diese Wettbewerbe vergeben Sachpreise oder Geldpreise (ca. 1000€).
    Wer ein Thema hat, dass einen sehr interessiert oder spekuliert mit dem entwickelten Projekt durchzustarten und ein Start-up zu gründen, sollte dies auf alle Fälle tun!
    Diese Projekte sind aber meist sehr umfangreich, vor allem auch, da man sich sehr viel Wissen selber erarbeiten muss.
    Die Chancen einen Preis zu gewinnen sind nur hoch, falls man etwas Neues bzw. sozial Brauchbares erfindet.
    Ich habe mich für die dritte Option entschieden und zusammen mit meinem Projektpartner ein Schachspiel entwickelt (siehe Projekte). Wir haben uns dafür entschieden, da uns Software sehr interessiert.
    Dort findet sich auch ein GitHub link, auf welchem auch unsere schriftliche Dokumentation gedownloaded werden kann.

  2. Wann fängt man mit einer HTL-Diplomarbeit an?

    Offiziell darf man mit der Diplomarbeit erst im September anfangen, wer jedoch ein Thema von einer Firma hat oder sich selber ein Thema gesucht hat, kann im Sommer zumindest schon eine ,,ausgiebige‘‘ Recherche durchziehen. Unter ,,ausgiebig‘‘ meine ich, dass zwar mit der Doku noch nicht begonnen wird, aber der Praxisteil sollte, bis ende Ferien, zu 50% stehen. Wer das Thema von der Schule bekommt hat hier leider pech…
    Wenn jemand fragt, wieso man damit schon in den Ferien beginnen soll und nicht lieber am See chillen: Die fünfte Klasse wird meist unterschätzt, aber zumindest im Elektronik-Bereich sind vor allem die Monate von November bis März sehr stressig. Z.T. sogar stressiger als in der dritten oder vierten Klasse, sprich einige 80h Wochen sind quasi Pflicht und die Diplomarbeit sollte dies nicht noch erhöhen…

  3. Wie sieht es mit der Aufteilung Praxis/Schreiben aus?

    Die HTL-Diplomarbeit besteht zu einem überwiegenden Teil aus Praxis und nur zu einem relativ kleinen Teil Theorie. Dies ist ein klarer Kontrast zu den anderen Schultypen, wo dies genau umgekehrt ist.
    Obwohl der Theorieteil relativ gering ausfällt, sind 70 Seiten pro Schüler keine Seltenheit und der Zeitaufwand sollte mit eingerechnet werden. Es ist aber möglich den Theorieteil in ca. zwei Wochen zu schreiben, wobei man allerdings drei Wochen ansetzen sollte, da auch in einer HTL Rechtschreibfehler nicht so gut ankommen und die Arbeit mindestens einmal korrekturgelesen werden sollte.

  4. Was muss der Schreibteil alles inkludieren?

    Der Schreibteil beinhaltet im Prinzip alles, was währen der HTL-Diplomarbeit entwickelt wurde.

    Für die Einleitung gibt es meines Wissens nach für jede Schule/Abteilung unterschiedliche Vorgaben. So kann es durchaus passieren das es drei Kurzbeschreibungen in der Arbeit gibt und das Inhaltsverzeichnis erst auf Seite fünf beginnt. Hier auf jeden Fall in eurer Schule nachfragen!

    Der Hauptteil umfasst das erledigte Projekt. Am Anfang kann man fundamentale Dinge über das Projekt schreiben. Wenn man ein Softwarespiel entwickelt z.B.: die Spielregeln dieses Spiels. Bei einer Hochbauarbeit ähnliche Projekte, z.B.: Wenn man einen Wolkenkratzer plant, kann man etwas über den Burj-Khalifa faseln…
    Anschließend beginnt man mit den technischen Details der Arbeit, bei einer Softwarearbeit z.B.: Die Funktionsweise des Programmes einfach erklärt.
    Dann folgen technische Erklärungen, wieso man sich zu dieser Lösung entschieden hat und beschreibt evt. andere Möglichkeiten.
    Dies macht man solange bis alles Getätigte im Hauptteil beschrieben wird.

    Am Schluss steht das Literatufverzeichnis, Bildverzeichnis, … Also Hauptsächlich formale Aspekte.

  5. Mit welcher Schreibsoftware sollte eine Diplomarbeit verfasst werden?

    Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, um nur ein paar Beispiele zu nenne Word oder LaTeX.
    Word kann jeder und bietet sehr viele Vorteile für kleine Projekte. Bei längeren Projekten wird das Programm aber z.T. unperformant und wer Bilder verschiebt/einfügt oder löscht, braucht gute Nerven!
    Es sollte auf alle Fälle auf die Organisation des Word-Sheets geachtet werden, also Kapitelunterteilung, etc. und Tutorials dazu durchlesen.
    Denn sonst könnte das Erstellen eines Inhaltsverzeichnis/Literaturverzeichnis/Abbildungsverzeichnis/… zu einer sehr interessanten Herausforderung werden.

    Ich persönlich habe mich für LaTeX entschieden. In LaTeX wird das Geschriebene vom Output unterschieden.
    Dies bietet enorme Vorteile bei größeren Projekten, so gibt man einfach an, was ein Kapitel ist und was ein Bild und anschließend wird das Bild/Inhaltsverzeichnis automatisch (wenn man Dinge richtig macht) mit PDF-Verlinkung eingebunden. Ein weiterer Vorteil ist, dass man Bilder absolut positionieren kann und so ziemlich jedes Plain-LaTeX Dokument ,,professioneller‘‘ aussieht, als ein Plain-Word Dokument.
    Der Nachteil von LaTeX ist die Komplexität, Rechtschreibprüfung und Einarbeitungszeit in die Sprache.
    Sprache? Ja, denn LaTeX wird von einigen Leuten als Programmiersprache angesehen.

Falls es noch offene Fragen gibt, bitte schreibt mich an unter: alex@itbeiser.at

*Anmerkung: Wie bei jedem meiner Blog Posts ist auch hier zu beachten, dass wichtige technische Details ausgelassen und Verallgemeinerungen getroffen wurden, um den Lesefluss in eine noch nie da gewesene Dimension zu erheben. Weiteres hoffe ich, dass sich kein Mensch durch meinen Humor beleidigt fühlt! Sollte dies aber dennoch der Fall sein, bitte kontaktieren Sie mich ohne zu zögern unter: alex@itbeiser.at – Die Änderung wird dann innerhalb von 3 Tagen online sein.
Ich bitte die weiblichen Leserinnen sich ebenso angesprochen zu fühlen, da aufgrund der Lesbarkeit nur die maskuline Form verwendet wird (z.B.: Leser statt LeserInnen).
Woher kommen die Fotos? –
selbergemacht!

 Mit freundlichen Grüßen,
Alexander Beiser